Letzte Woche waren wir die Fossilienwelt in Stetten besuchen – und jetzt weiß ich auch, woher meine Sehnsucht nach dem Meer kommt….

Mein Enkel und ich gehen immer wieder gerne auf Entdeckungsreise und dazu suchen wir immer wieder Neues in Wien oder im näher gelegenen Umfeld. Die Fossilienwelt in Stetten ist daher ein optimales Ausflugsziel.

Beim Rundgang
Beim Rundgang

Bei der Anreise war ich zu allererst überrascht, wohin mich Google Maps lotste. Ich hatte einen mehr oder weniger frei stehenden „Freizeitpark“ erwartet und kein Industriegebiet. Aber lasst euch nicht ins Bockshorn jagen: am Ende des Industriegebiets, noch immer ein wenig von „Industrie“ umgeben, taucht dann plötzlich der Eingang (und Parkplatz) zur Fossilienwelt auf. 

Was werden wir hier wohl finden?
Was werden wir hier wohl finden?

Daher nichts wie eingeparkt und rein ins Gebäude. Ich hatte meinem kleinen Begleiter Ausgrabungen urzeitlicher Tiere versprochen und daher mussten wir eigentlich schnurstracks ins Freigelände zur Sandbucht. 

Ein riesiger Knochenfund
Ein riesiger Knochenfund

Mit einer Schaufel ausgestattet – wobei ich die „Hand“arbeit vorziehen würde – ging es dann los. Ein freundlicher Herr erklärte und zeigte uns, was man alles finden kann: Haifischzähne, Vulkangestein, versteinerte Schnecken und Perlen.

Voll beeindruckt machten wir uns auf die Suche und stießen zuallererst auf – einen riesigen Knochen (allerdings fest in der Erde gesichert ????).

Beim Rundgang zum Schneckenturm
Beim Rundgang zum Schneckenturm - ob der Knochen wohl von ihm stammt?

Wahrscheinlich ein Mammut – lautet zumindest unsere Vermutung. Und wir schafften es auch noch zwei weitere dieser Riesenknochen freizulegen.

Doch wo waren die Perlen? Schließlich wollten wir eine für Mama und natürlich auch eine für uns selbst ausgraben.

Unsere Ausgrabungs-Schätze
Unsere Ausgrabungs-Schätze

Immerhin waren wir bei den Haifischzähnen erfolgreich: unserer Sammlung (wir hatten auch an den kleinen Bruder und Papa gedacht) wuchs von Grabung zu Grabung. Auch etliche Steine (die in unseren Augen bestimmt sehr alt sein mussten, hatten wir schon gefunden. Aber keine einzige Perle!

Bei Fabian begann sich bereits die Enttäuschung abzuzeichnen und nach dem fünften Haifischzahn meinte er auch, dass es nun schön langsam fad werden würde und er die Suche aufgeben wolle. 

Die App macht einiges interessanter ...
Die App macht einiges interessanter ... (Foto © Fossilienwelt)

Fast wollten wir schon gehen, als jener freundliche Herr wieder kam, unser Problem sofort erkannte und uns zu einer Stelle geleitete, wo Perlen wohl schon gefunden worden waren. Was soll ich sagen! Auch wir waren erfolgreich und haben sogar zwei Perlen und dann noch eine versteinerte Schnecke gefunden.

Beim Teich gibt es auch lebende Kröten zu sehen
Beim Teich gibt es auch lebende Kröten zu sehen

Mit unseren Schätzen machten wir uns wieder zu unserem Experten auf und er erklärte uns noch welche unserer Steine wirklich altes Vulkangestein waren. Begeistert von unseren Funden machten wie uns dann auf die weitere Entdeckungsreise outdoor.

Am Weg zum „Schnecken“-Aussichtsturm, den wir natürlich auch erklommen haben, finden sich nicht nur Urzeittiere im Gebüsch versteckt, ein kleiner Teich mit Kröten, sondern auch noch eine Zeittafel mit der Urzeitgeschichte. Mittels App kann man auf dem Smartphone auch einige Tiere (fast) wieder zum Leben erwecken.

Die "Aussichtsschnecke"
Die "Aussichtsschnecke"

Während die Zeittafel und auch die Ausstellung meinen kleinen Begleiter kaum interessierten, war er gerade von den Tieren in der App sehr angetan. Wobei wir diese sicher auch noch einmal in Ruhe ausprobieren müssen. 

Hier kann man mit App und Smartphone mehr erfahren
Hier kann man mit App und Smartphone mehr erfahren

Dann ging es zum eigentlichen Highlight der Fossilienwelt – zum Austernriff. Dieses ist eine „echte“ Ausgrabung und gilt als das weltweit größte Austernriff, auf dem sich 15.000 fossile Riesenaustern befinden. Zu jeder Stunde kann man mit einer Multimediashow noch tiefer in das damalige Urmeer eintauchen und die Bewohner der damaligen Zeit beobachten.

Blick auf das Austernriff (Foto © Fossilienwelt)
Blick auf das Austernriff (Foto © Fossilienwelt)

Für Fabian war es dann doch ein bisschen zu gruselig und wir wanderten aus dem Dunkel an den riesigen Mammutzähnen wieder vorbei in die Ausstellung. 

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Für mich ist nun klar, wieso ich das Meer sooo liebe – es liegt ganz einfach in der Vergangenheit  begründet. Immerhin lag Wien vor 17 Millionen Jahren fast am Strand eines Urmeeres, dessen fossile Überreste von 650 Tier- und Pflanzenarten im Korneuburger Becken gefunden wurden.

Haie, Seekühe konnte man hier ebenso antreffen wie Alligatoren und Nashörner. Es war eine richtige tropische Landschaft. (Gut: auf dem Weg zu tropischen Temperaturen scheinen wir durch den Klimawandel ja auch wieder zu sein, allerdings „nur“ am Donaustrand)

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Bereits im 19. Jahrhundert wurden im Korneuburger Becken Fossilien gefunden, doch erst 1975 begann eine Gruppe von örtlichen Sammlern mit der systematischen und umfangreichen Dokumentation der Funde. 1987 wurde mit den ersten Grabungen am Austernriff begonnen, aber erst 20 Jahre später wurde es im Rahmen der größten paläontologischen Grabung, die je in Österreich durchgeführt wurde, frei gelegt und mit einer 600m2 großen Halle überdeckt. Bis heute werden wissenschaftliche Forschungen am Riff durchgeführt.

Blick vom Schneckenturm in die Umgebung
Blick vom Schneckenturm in die Umgebung

Der Besuch in der Fossilienwelt lohnt sich also für Jung und Alt. Ob bei den „Ausgrabungen“ in der Sandbucht, bei der Multimediaschau oder einfach beim Erkunden des Outdoor-Bereichs. Es ist – natürlich auch im Shop – für Jede und Jeden etwas dabei.

Im Shop
Im Shop

Die Fossilienwelt ist Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Im Moment könnt ihr dort in einer Sonderausstellung auch die Welt von Wollhaarmammut und Höhlenlöwen kennen lernen.

Fossilienwelt
2100 Stetten, Austernplatz 1
Tel: +43 2262 62409
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.fossilienwelt.at

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